Mein Kind fällt aus der Norm !!!!

Was kann ich tun bei sensomotorischer Entwicklungsstörung?

Mittlerweilen gibt es schon unzählige Fremdwörter, mit denen gerade euer Kind im Kindergarten plötzlich aus dem „normalen“ Rahmen fällt oder vielleicht auch erst in der Schule aus dem Nichts heraus plötzlich als „auffällig“ bezeichnet wird und laut Lehrerin besser abgeklärt werden sollte.
Es kann aber auch sein, dass ihr zuhause schon „vor“ den obligaten Kindergartenjahren mit allerlei Schwierigkeiten/Herausforderungen und Überforderungen konfrontiert worden seid und euch fragt, was kann ich bloss tun?

Warum entwickelt sich mein Kind weniger schnell? Oder hat schon seit Baby Mühe seinen Schlafrhythmus zu finden? Fällt oft hin oder macht alles kaputt? Hat extreme Stimmungs-
schwankungen? Wutanfälle? Oder ist überängstlich? Kann noch nicht wie seine Kameraden ohne Stützrädli Velofahren? Klettert nie auf dem Spielplatz irgendwo hoch? Hat Mühe beim Springseilen oder balanzieren? Schafft es einfach nicht bei Tisch ordentlich und sauber zu essen ohne die Finger zu benutzen und alles einwenig zu verschmieren? Warum finden sich keine Freunde? Oder warum schlägt sich mein Kind so oft mit anderen oder beisst? Oder hat blutende Knie und weint nicht einmal?

«Störungen zeigen sich oft erst später» so lautet der Titel eines Zeitungsartikel aus dem Berner Oberländer vom 30. August 2008 von Marianne Oesch, den wir von einer Mutter erhalten haben. Hingewiesen wird hier auf die Studien von Neuropsychologin A. Jean Ayres über frühkindliche Reflexe. Diese sind normalerweise ab einem gewissen Lebensjahr abgeschlossen. In manchen Fällen können diese jedoch wegen noch nicht abgeschlossenen Hirnreifeprozessen ganz unbemerkt zu verschiedensten Blockaden führen.

Neben dem beispielsweise bekannteren Krankheitsbild wie der Cerebralparese, bei dem diese primitiven Reflexe klar ersichtlich als Behinderung im Vordergrund stehen, haben Studien bewiesen, dass «auch gesunde Kinder mehr oder minder stark von frühesten Reflexbewegungen beherrscht werden können»*.

Greifbar oder ersichtlich werden solche Blockaden dann oft erst im Schulalltag, wenn eigentlich der grösste Teil der sensomotorischen Entwicklung abgeschlossen sein sollte. «Damit ein Kind mühelos lesen, schreiben und rechnen lernt, müssen alle Systeme seines Körpers reibungslos zusammenarbeiten!»*

Die Sinne, unter anderem das Hören, Sehen, Fühlen und die Motorik «sowie das Zusammen-
wirken aller dieser Funktionen sind Voraussetzung für die Bewälltigung komplexer schulischer Anforderungen, Störungen im sensomotorischen Entwicklungsprozess zeigen sich oft erst im Verlauf der ersten Schuljahre, also mit Zunahme des Lernstoffs! Die Möglichkeit hinter kindlichen Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsproblemen neuropsychologische Reifestörungen in gestalt fortbestehender primitiver Reflexe zu entdecken, eröffnet neue Chancen, diesen Kindern zu helfen, indem an den Ursachen und nicht an den Symptomen angesetzt wird.»*

TIPP:
Wir möchten hier darauf hinweisen, dass Informationen und persönliche Fragen auf frühkindlichen Beratungsstellen, Therapiestellen für Kinder (Bsp. Ergotherapie-Zentren) oder auch beim Kinderarzt eingeholt werden können. Nutzt die Chance, eurem Kind den bestmöglichen Start zu bieten!

*Zitate aus dem Berner Oberländer vom 30.08.2009

 

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  Letzte Aktualisierung: 28.04.2009